Evangelischer Kirchenkreis Dortmund

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15.06.2017

Vorurteile abbauen und aufeinander zugehen

Foto: Stephan Schütze
Das Dortmunder Islamseminar hatte gemeinsam mit der Al Fath Moscheegemeinde zum Fastenbrechen eingeladen. Foto: Stephan Schütze

Gemeinsames Fastenbrechen von Muslimen und Christen

Gegen zehn Uhr nachts war es soweit. Gebäck, Reis und Bulgur, verschiedene Fleischsorten, Suppe und Brot, Salate und Gemüse, ganz zu schweigen von den Süßspeisen – ein Erste-Klasse-Restaurant hätte nicht mehr und besser auftischen können. Rund 80 Gäste waren Mitte Juni in die Al Fath Moschee nach Dorsteld zum Iftar, dem Fastenbrechen gekommen.

Während des Ramadan, dem Fastenmonat, dürfen Muslime ab dem Sonnenaufgang nichts essen und nichts trinken. Das Fasten wird mit dem Sonnenuntergang beendet; das ist das Fastenbrechen.

„Aufeinander zugehen, Vorurteile abbauen und gegenseitig Einblicke in die Kulturen zu bekommen, das war nie wichtiger als heute“. Mit diesen Worten begrüßte  Imad Mouhssine, Vorsitzender der Moscheegemeinde die Besucher. Eingeladen hatte die Gemeinde gemeinsam mit dem Dortmunder Islamseminar.

Gekommen waren auch die Dortmunder Stadträtin und Sozialdezernentin Birgit Zoerner, die Stellvertretende Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Andrea Auras-Reiffen, Pfarrer Ralf Lange-Sonntag von der Evangelischen Landeskirche und Pater Siegfried Modenbach vom Katholischen Forum.

Bei der Lesung aus der Bibel und dem Koran, dem Kurzvortrag von Imam Driss Elmouzazi und dem gemeinsamen Fastenbrechen ging es darum, „auf eine Entdeckungsreise zu gehen, um die unentdeckten Gemeinsamkeiten zu erforschen“, so Mouhssine.

Die Kenntnis der kulturellen und auch religiösen Hintergründe der Einzelnen sei der beste Weg zur Verständigung, meinte Sozialdezernentin Zörner. Und genau das biete dieser Abend in der Al Fath Moschee. „Wir werden feststellen, wie viele Gemeinsamkeiten das Christentum und der Islam haben“. Glücklicherweise würden sich Christen und Muslime nicht nur zum Fastenbrechen treffen, „sondern an vielen Orten und zu vielen Gelegenheiten in unserer Stadt“, so die Stellvertretende Superintendentin Auras-Reiffen in ihrem Grußwort.

„Wir reden nicht übereinander, sondern miteinander.“  Für Pfarrer Ansgar Schocke, der die Grüße der Katholischen Stadtkirche überbrachte, ist es wichtig, sich auf Augenhöhe zu begegnen. „Beim Fasten geht es auch darum, den Blick auf die Beziehung zum Nächsten zu öffnen.“

Nicht nur das religiöse Miteinander ist Zoerner wichtig. „Eine gelungene Integration ist, wenn Menschen sagen: Dortmund ist auch meine Stadt.“ Abdelhay Fadil von dem Verein Wali-Do war vor 20 Jahren als „muslimischer Marokkaner“ nach Deutschland gekommen. „Heute bin ich muslimischer Dortmunder.“

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